
Holz ist nicht nur ein nachwachsender und somit nachhaltiger Baustoff, sondern verfügt über zahlreiche vorteilhafter Eigenschaften für den Hausbau. Es ist leicht zu beschaffen, einfach zu bearbeiten und aufgrund seiner Elastizität hält es Druck-, Zug- und Scherkräften stand. Vor Feuchtigkeit geschützt, sind Holzkonstruktionen sehr langlebig.
Die Hauslandschaft der Schweiz ist geprägt von den jeweils regional vorkommenden Holzarten. In den Berggebieten wurde hauptsächlich Nadelholz verarbeitet, am Alpennordhang und in den Voralpen vor allem Fichte und im Wallis und Graubünden vor allem Lärche. In Gebieten mit Kastanienkulturen, wie im Tessin oder Teilen Graubündens, wurde Kastanienholz genutzt.


Im von Mischwäldern geprägten Mittelland sind die bodennahen und somit vermehrt der Feuchtigkeit ausgesetzten Bauteile der Fachwerk- und Ständerbauten, wie die Schwelle, in der Regel aus der witterungsbeständigeren, aber langsam wachsenden und deshalb teuren Eiche hergestellt. Das übrige Konstruktionsholz und die Bohlen bei Bohlen-Ständerbauten bestehen dagegen meist aus der schneller wachsenden, aber dafür weniger witterungsbeständigen Fichte.
Holzkonstruktionen lassen sich grundsätzlich gut reparieren. Soweit möglich, wird an beschädigten Holzelementen nur der defekte Teil entfernt und ein Ersatzstück derselben Holzart angefügt. So ergibt sich an besonders alten Holzbauten ein Flickenteppich von Hölzern aus verschiedensten Bau- und Reparaturphasen.


Nicht zuletzt eignet sich Holz hervorragend für Bauschmuck aller Art, entweder als künstlerisch bearbeitetes Konstruktionselement oder als verzierte Applikation, beispielsweise bei den Brüstungen der Maison des Fées.


Dieser Artikel entstand in Zusammenarbeit mit dem Freilichtmuseum Ballenberg. Auf dem Ballenberg werden Gebäude aus ländlichen Gegenden der Schweiz ausgestellt und erforscht, die der rasanten Bauentwicklung der 1960-80er Jahre weichen mussten. Das Freilichtmuseum trägt einen wichtigen Teil zur Erhaltung historischer Bausubstanz und der Vermittlung von Baukultur bei.
Quellen und weitere Informationen: Riccarda Theiler, Bereichsleiterin Architektur und Hausforschung, Ballenberg.



